Die Anreise – Fliegen mit Baby und Kleinkind

Wenn man dem Umfeld das erste Mal erzählt, dass man eine Fernreise mit Baby und Kleinkind unternehmen möchte, dann ist die Reaktion meist erstmal Folgende: „So ein langer Flug mit Kind? Wollt ihr das wirklich machen?“ Manche fragen, ob es nicht langweilig für ein so kleines Kind wäre, wie es sich mit dem Druckausgleich der Ohren verhält, ob es da nicht Schmerzen bekäme und wieder andere erzählen von Kindern, die von Beginn bis zur letzten Sekunde eines Fluges durchgebrüllt hätten.

Gibt es alles, klar! Und niemand garantiert dir, dass es dieses Mal mit deinem Kind nicht genauso laufen könnte. Mal ehrlich, Kinder, vor allem kleine, sind tickende Zeitbomben und absolut unberechenbar. Du weißt nie, wann das 4 Wochen alte Neugeborene schmerzhafte Bauchschmerzen hat und weint. Oder wann der fast 2jährige nicht damit einverstanden ist, dass du ihm das Brötchen schmierst und er es nicht im hohen Bogen durch die Gegend schmeißen darf um etwas neues über die Gesetze der Schwerkraft zu lernen. Er sich anschließend deswegen auf den Boden schmeißt und brüllt als wollte man ihm an die Kehle.

Trotzdem haben wir vor einem Jahr schon mal einen Langstreckenflug mit unserem Wirbelwind durchgemacht und wissen in etwa, wie er sich verhält, wenn alles neu und spannend ist und wie entspannt er ist, wenn Mama und Papa in direktem Zugriff sind. Dementsprechend entspannt waren auch wir, doch immer mit dem Gedanken im Kopf: Auch wenn es blöd läuft, werden wir das schaffen. Und: wer ein öffentliches Verkehrsmittel benutzt, muss nun mal damit rechnen, dass auch Kinder anwesend sind. Denn genau das ist ja meistens das Hauptproblem, die Leute, die sich umdrehen und einen schief angucken, stimmt’s?

Bei den Stewards

Wir hatten Glück, es lief hervorragend! Daher hier unsere Tipps und unsere Erfahrungen für das Fliegen mit Kindern unter 2 Jahren:

Eigener Sitz oder Platz auf dem Schoss der Eltern?

Es gibt die Möglichkeit, ein eigenes Sitzplatzticket für das Kleinkind zu kaufen oder das Kleinkind auf dem Schoß der Eltern mitzunehmen, was ein sehr großer Preisunterschied ist. Ein eigener Sitz kostet je nach Fluggesellschaft nahezu denselben Preis wie der für einen Erwachsenen. Ein Platz auf dem Schoß des Elternteils (also kein eigener Sitz) kostet je nach Fluggesellschaft nahezu nichts. In unserem Fall unter 30 Euro. Wie viele andere Eltern auch, waren wir besorgt, ob das nicht zu gefährlich sei auf dem Schoß. Nun hatten wir vielleicht Glück und es gab bei uns keine großen Turbulenzen. Aber so ein Flugzeug fliegt in der Regel recht stabil und unser Mini wäre nie und nimmer gerne auf einem seperaten Sitz gesessen. Das zeigt sich auch beim Thema Schlafen im Flugzeug – Babybett (Bassinet) ja oder nein? In brenzligen Situationen habe ich ihn ohnehin am liebsten bei mir. Daher war unser Weg der mit dem Schoßplatz. Das hat sich auch bei längeren Flügen für uns als beste Lösung herausgestellt. Damit wir uns maximal sicher fühlen und im Falle dass die Anschnallzeichen leuchten, haben wir die Babytrage immer zur Hand und ihn dort zusätzlich zur Gurtverlängerung fest am Körper. Wie das genau aussieht, hab ich hier schon mal gezeigt 

Schlafen im Flugzeug – Babybett (Bassinet) ja oder nein?

Im Flugzeug gibt es für Familien sehr begehrte Sitzplätze, nämlich meistens ganz vorne in dem jeweils abgetrennten Bereich in der Mitte. Neben der Tatsache, dass an diesen Plätzen die Beinfreiheit am Größten ist, können dort auch Babybettchen, so genannte Bassinets eingehangen werden, so wie hier im Bild:

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Das Bild ist etwas älter. Wir haben uns dieses Jahr dagegen entschieden, und das nicht nur, weil diese Babybettchen ohnehin nur bis zu einer bestimmten Größe und Gewicht des Kindes möglich sind, die von Airline zu Airline stark variiert. Genauere Infos dazu findet ihr auf thailandmitbaby.de und bei kidsaway.de. Nun, was soll ich sagen, hier waren wir dank unserer ersten Reise schon eine Erfahrung reicher. Wenn unser Kind zuhause am liebsten mit Körperkontakt schläft, warum sollte es dann im Flugzeug in einem Bett bereitwillig alleine schlafen? Er schlief auf uns und das war auch viel weniger schlimm als angenommen. Daher haben wir es dieses Mal sogar vorgezogen, weit hinten (wo in einem nicht ganz vollen Flugzeug erfahrungsgemäß am wenigsten Menschen sitzen) einen Platz zu reservieren. Und so hatten wir sogar das Glück, dass auf dem Rückflug die letzten Reihen noch frei waren und wir uns gemeinsam und mit Körperkontakt zum Kind ausbreiten konnten und so etwas mehr Schlaf als beim Hinflug abbekommen haben. Für Babys, die am besten für sich schlafen, ist das Bassinet eine sehr tolle Lösung! Am besten vorher überlegen, wie verhält sich mein Kind in fremden Situationen, wo fühle ich mich am wohlsten und was ist mir wichtig? So hat es dann wirklich prima geklappt.

Zwischenlandung vermeiden?

Wir hatten, wie im letzten Jahr auch, wieder einen Flug mit Zwischenlandung. Ohne Kind fand ich diese Zwischenstopps in der Tat sehr angenehm, man bewegt sich mal ein bisschen, ist mal raus aus dem Flieger, hat ganz einfach mal ne Pause. Und natürlich sind Direktflüge nicht ganz billig, sie kosten oft einige hundert Euro mehr als gestückelte Flüge. Worauf ich jedoch immer geachtet habe war, dass diese Zwischenaufenthalte sich in einem angenehmen Rahmen von nicht länger als 2-3 Stunden bewegt haben.

Nun kommt jedoch unser persönliches „Aber“. Inzwischen würde ich mit Kleinkind oder Baby doch den Direktflug bevorzugen. Es geht natürlich alles und die meisten Babies und Kleinkinder stecken Reisen viel besser weg, als wir Erwachsenen meinen, insofern möchte ich hier eigentlich eher ermutigen, es einfach mal zu wagen, wie es sich gut anfühlt! Doch in unserem persönlichen Fall, sorgt die Zwischenlandung dann doch für viel Aufregung. Das Kind – wenn es schläft – wird auf jeden Fall wach und alles ist erstmal neu und aufregend, nachdem es sich vermutlich schon an den Flieger gewöhnt hat. Der Faktor „Pause“ fiel in unserem Fall also komplett weg. Linus möchte spielen, rumrennen, entdecken, alles, nur uns nicht wie früher gemütlich in einem Flughafencafé einen Kaffee trinken lassen. Wahrscheinlich gibt es auch hierfür zahlreiche Lösungen und ich habe auch schon gehört, dass viele Flughäfen für diesen Zweck extra Spielbereiche haben. Je nach dem wie kaputt man selbst von der Reise ist, kann es aber doch entspannter sein, einfach nicht aussteigen zu müssen und einfach nicht diese Zeit mehr zu investieren. Ja, ich denke, das werde ich bei der nächsten Reise in die Waagschale werfen und neu bewerten, wie es für uns eben beim nächsten Mal am besten passt.

Alles in allem war die Anreise trotz Nachtflug und sehr lange wachen Kind wieder mal bedeutend entspannter, als wir es uns vorgestellt hatten. Man muss es sich nur zutrauen

Und hier gibts auch noch ein Video von der Anreise und der Ankunft in Colombo / Negombo. Viel Spaß!

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