Vom einfachen Leben bis zum 5-Sterne-Luxus… Sri Lanka mit Kind

Im Hintergrund sanfte Klavierklänge, Menschen, die ausgefallenes, abwechslungsreiches und hervorragend zubereitetes Essen genießen, manche mit All-Inclusive-Bändchen am  Arm. Der Duft in der Luft, der von Duftspendern verbreitet wird und wahrscheinlich auch Moskitos fernhält, ist wahnsinnig angenehm. Ich schaue über den Rand des riesigen Pools Richtung Strand, der wie alle Strände hier öffentlich ist und an dem sich ein paar wenige Einheimische vergnügen. Direkt am Zaun spielt ein Schlangenbändiger auf seiner Flöte, mit dabei sein Äffchen an der Leine und hofft, die Aufmerksamkeit von den Hotelgästen zu erhaschen, um ein paar Rupien zu verdienen. 500 Rupien wären schon viel für ihn, so viel, wie ein Getränk hier drinnen kostet.

Plötzlich trennt unsere kleine Familie und die Menschen Sri Lankas, die ihren Alltag leben, nicht nur ein Zaun, sondern beinahe eine ganze Welt. Ja, ich fühle mich hier, wie in einer anderen Welt verglichen zu dem, was wir in den letzten knapp 3 Wochen gesehen und erlebt haben. Wir sind sehr günstig und Last Minute an 2 Nächte im 5-Sterne-Hotel Cinnamon Bey in Beruwela gekommen. Wir sind alle noch nie in einem 5-Sterne-Hotel untergekommen und für den Preis wollten wir uns einfach mal 2 Tage Luxus gönnen, man ist ja schließlich im Urlaub, nicht wahr?

Was soll ich sagen? Es ist toll, atemberaubend, wunderschön, alles sauber, Kunst für alle Sinne. Dazu wird einem jeder Wunsch von den Lippen abgelesen und immer ist ein Angestellter zu Hilfe. Außerdem ist wohl die Miss Intercontinental gerade, sowie ein paar andere Misses zu Gast und auf der anderen Seite des Pools finden Fotoshootings statt. Wir genießen es wirklich, doch ein ABER bleibt. Aber wir passen hier einfach nicht rein. Aber wir fühlen uns den Menschen da draußen, die über den Zaun schauen wie zu einem unerreichbaren Ort, viel mehr zugehörig. Aber die Zeit vor 2 Wochen, als wir im Norden in einfachen Verhältnissen bei der Familie von Freunden gelebt haben, war genauso schön und es war auch dort Luxus, die übertrieben große Gastfreundschaft zu erleben.

Warum aber sehnen sich so viele danach, bedient zu werden und den anonymen 5-Sterne-Luxus zu bekommen? Wann fängt das an? Die wahre Freude in den Augen unseren Kindes haben wir beinahe überall gesehen und war davon so sehr unabhängig. Sie war da als er mit anderen Kindern im Dreck gespielt hat und sie ist jetzt da, wo er im Pool plantschen kann. Und für das kurze Sitzen auf einem offenen Traktor vom Singhalesen würde er jedes noch so gute Essen stehen lassen. Diese Reise hat wieder einiges in uns auf den Kopf gestellt und auch wenn wir Erwachsenen nicht mehr dorthin zurück kommen, ein Kind zu sein, so können wir doch von ihm lernen, den Moment zu genießen und nicht die Umstände.

Morgen Abend fliegen wir nach Hause, uns bleiben noch 33 Stunden in diesem Land, das so viel zu bieten hat und in dem wir nun wirklich alle Extreme gesehen und erlebt haben. Vom Tag im Kinderheim, Dreck, verrosteten Spielplätzen, abgeschiedenen Plätzen, Tennisplätzen, 5 Sternen, Gourmet, Berge, Meer, Einöde, modernen Altstädten, Brunnenwasser, Kokosnusswasser, vor allem aber Gastfreundschaft, Unbeschwertheit und Glück in fast allen Schichten, so wie aber auch Traumatisierung vom Krieg und Tsunamis. Ich bin sehr dankbar für all diese Erfahrungen und was wir lernen durften. Es gibt viel aufzuarbeiten und ich habe viele tolle Erinnerungen, die wir mit euch teilen möchten, wenn wir wieder zu Hause sind. Ich freue mich darauf! Uns bis dahin genießen wir jetzt noch die letzten Momente in diesem Land!

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