Mit Kleinkind wilde Tiere streicheln – Für mehr Gelassenheit!

Ok, ganz wild waren sie dann doch nicht… Letzten Samstag waren wir im Tripsdrill Wildparadies Cleebronn, dort kommt man näher als sonst an verschiedene Wildtiere wie Rehe, so dass man sie sogar außerhalb des Streichelzoos streicheln kann. Es war eine riesige Freude, dabei zuzusehen, wie sich Scharen von Kindern allen Alters darüber gefreut haben! Und auch unser Linus war ganz aus dem Häuschen. Dabei ist es noch gar nicht so furchtbar lange her – da war er 15 Monate jung – und wir haben mit ihm einen Zoo besucht, in dem er sich nahezu ausschließlich für die in den Zoo mitgenommenen Hunde interessiert hat. Und so stand auf der Liste für künftige Ausflüge zunächst mal eher ein Tierheim…

Da wir beide aus Familien mit medizinischem Hintergrund kommen, in der reine Schulmedizin und Hygiene sehr groß geschrieben werden, ist der erste Moment doch etwas seltsam, wenn die Hand unseres Baby fast vollständig im Mund des Rehes verschwindet. Natürlich nicht, weil eben jenes die Hand unseres Kindes auffressen oder wer weiß was damit anstellen könnte, sondern nur der Keime wegen. <An dieser Stelle bitte möglichst dramatische Musik vorstellen!>  Keime!

Und ich erinnere mich, wie ich vor noch nicht allzu langer Zeit, als unser kleiner Mann gerade anfing zu krabbeln, googelte ob andere Mütter ihre Krabbelkinder in öffentlichen Bereichen wie Restaurants oder ähnlichem krabbeln ließen. Ja richtig, ich hab das gegooglet. Bin ich jetzt auch nicht stolz drauf! Aber man sieht das so selten. Und natürlich hab ich im Endeffekt auch da wieder gemacht, was mein eigenes Gefühl mir gesagt hat – und zwar – es kommt darauf an! Man ist nur manchmal so unsicher und möchte gerne wissen, wie andere das handhaben.

Nun waren wir aber mit demselben Kleinkind inzwischen in Thailand, wo er durch Tempel krabbelte, auch mal auf Märkten, Affen streichelte (keine Wilden, da wäre mir das Risiko für Tollwut doch zu hoch!) und schwarze Finger und Füße und in Bangkok hatte, weil eben jeder in Bangkok schwarze Finger und Füße bekommt. Und auf einmal relativiert sich die Sorge. Sie ist nicht weg, wird sie wohl nie sein, und sie ist nicht in Verantwortungslosigkeit über gegangen, wobei auch das natürlich wieder im Auge des Betrachters liegt.

Jeder von uns ist anders, jeder hat einen anderen Hintergrund, ist in anderen familiären oder sozialen Umfeldern aufgewachsen und hat andere Dinge erlebt. Wir haben alle Ängste, nur jeder auf seine eigene Weise. Daher steinigt andere nicht dafür, wovor sie Angst haben oder wenn sie eure Angst nicht teilen. Ängste sind oft nicht real und daher versuchen wir meist zu überprüfen und zu hinterfragen, woher denn diese Angst kommt und ob sie überhaupt begründet ist.

So hat die GABRIEL-Studie allein in Deutschland mit 180.000 Kindern ergeben, dass vor allem Tierdreck gut fürs Immunsystem ist und eine gute Prävention vor Allergien und Asthma darstellt! Ich kann nur jedem den tollen Forschungsnewsletter der Universität München ans Herz legen, in dem die Erkenntnisse daraus sehr aufschlussreich dargelegt werden.
Mir ist natürlich klar, dass die wenigsten Eltern Angst vor Streichelzoos & Co. haben, aber falls nun doch eine Mami wie ich danach googlet und bei uns landet, will ich zumindest ein paar Quellen liefern.

Wir hatten jedenfalls einen unheimlich schönen Tag in im Wald. Der Wildpark ist sehr sehr sehr zu empfehlen, auch für ältere Kinder und selbst wir Erwachsenen fanden es cool, „Selfies“ mit Rehen zu machen

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  1. Schön, dass du (ihr) wieder bloggst 🙂
    Ich musste sehr lachen als ich las, dass du gegoogelt hast, ob Kinder in öffentlichen Anlagen krabbeln sollten oder nicht. Ich würde das genauso tun! Ich hab da noch nie drüber nachgedacht, aber wo ich das eben gesehen hab war klar: würde ich auch machen! Ich hab etwas gelernt, danke ;-).

    1. Wie schön, dass du wieder zu uns gefunden hast 🙂 Und gleich hast du den ersten Kommentar überhaupt geschrieben. So richtig bekannt gemacht haben wir das Blog ja noch nicht, was sich hoffentlich bald ändert.

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