Warum der Urlaub mit Kind wirklich ganz anders ist

5 Tage Urlaub mit Kind liegen gerade hinter uns. 5 Tage in Österreichs Bergen, zum Berge genießen, Tiere bestaunen, Wandern und mit dem Mountainbike Downhill fahren. Letzteres natürlich ohne Kind, dafür waren Oma und Opa extra mit angereist.

Das Kind ist mittlerweile nicht mehr ganz hilflos und rund um die Uhr auf Mama angewiesen, so dass man durchaus längere Trails und mal ganztägig mit dem Mountainbike unterwegs sein und es bei den freudigen Großeltern lassen kann. Wir wieder – wie früher, verrückte Sachen machen und es krachen lassen. Dachte ich.

Doch die Berge sind zwar dieselben, die Mountainbikes ebenfalls, aber ich bin es nicht mehr. Ich kann den Berg nicht mehr wie früher runter fahren. Auch am zweiten und dritten Tag werde ich nicht mutiger, wie ich das früher von mir kannte. Doch was hat sich verändert? Es ist eine Verantwortung dazukommen, deren Tragweite ich mir früher einfach nicht bewusst war.

Wenn das Baby auf die Welt kommt, ist man erstmal überrollt. Sei es durch die krasse Hormonumstellung oder einfach alles, was sich ändert, dann ist da dieser Mini-Mini-Mini-Mensch, für den man alles tun würde und auf einmal hast du die volle Verantwortung! Hey, ich war 30 Jahre lang für niemanden anderen verantwortlich außer für mich selbst. Und dann denkt man, das wird alles besser, er wird irgendwann anfangen zu sprechen und dir sagen, was er braucht, du musst nicht mehr hoffen, dass du das richtige tust. Aber das zu denken war genauso naiv wie vor der Geburt zu meinen, dass das Baby die meiste Zeit fröhlich glucksend, sich von Anfang an selbst beschäftigen kann und du es einfach überall hin mitnehmen kannst. Sorry fürs Spoilern an alle noch werdenden Mütter – aber falls ihrs noch nicht wisst, es ist NICHT so! Zumindest bei uns war es ganz anders.

Heute ist er 17 Monate alt, kann deutlich demonstrieren, was er möchte und was er nicht möchte, aber wir hoffen noch immer, das richtige zu tun 🙂 Die Verantwortung wird nicht leichter zu tragen, wir lernen nur mit der Zeit, besser damit umzugehen.
Dieses ganze Mutterding hat mich zu einem völlig anderen Menschen gemacht. Denn die Verantwortung ist komischerweise selbst dann anwesend, wenn Mini-Me es nicht ist. Ich kann mich nicht mehr Hals über Kopf den Berg runterstürzen. Auch wenn es schön ist auf den tollsten Trails der Welt, ohne das je erwartet zu haben, denke ich auch dort sehr viel daran, was mein Kleiner wohl gerade macht. Und ohne es zu wollen, fährt dann auch die Angst automatisch mit.
Und so zerstören Kinder eben doch Karrieren, nicht meine berufliche, aber der Höhepunkt meiner Downhillzeit ist nun definitiv überschritten 😛

Meine Grenzen und Prioritäten liegen jetzt woanders. Und plötzlich ist der schönste Ort der Welt der, wo man eine Ziege füttern und sich durchs Gras rollen kann. Nicht ganz so wild und verrückt, aber nicht weniger schön!

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