Ein Jahr Elternzeit, vertauschte Rollen in der Krabbelgruppe – Papas kleiner Rückblick

Schon als wir den Kinderwunsch hatten, haben wir uns damit beschäftigt wer die mehrheitliche Elternzeit nimmt. Wobei diese Entscheidung auch sehr schnell getroffen wurde. Da bei uns nicht die klassische Rollenverteilung vorliegt, der Mann verdient das Geld und die Frau steht am Herd  😉 ……neeeeeiiiin die Frau verdient das Geld und der Mann steht am Herd  🙂 . Kathi verdient nun einmal als Informatikerin definitiv mehr als ich als Sporttherapeut. Daher war es auch eine logische Konsequenz, dass derjenige daheim bleibt, der weniger verdient. Jedoch kam mir die Elternzeit auch sehr gelegen, da ich aktuell ein Fernstudium belegt habe und ich somit die Präsenzphasen nicht mit Urlaub oder Überstundenabbau überbrücken musste.

Nicht mehr Trainingspläne, Therapie und Kurse geben sondern kochen, waschen, bügeln und Kindererziehung waren also meine neuen Hauptaufgaben!

Ich hatte mich riesig gefreut und war auch dankbar, dass sich mir diese Möglichkeit geboten hat. Ich war voller positiver Energien und hatte schon konkrete Vorstellungen wie die Zeit werden würde. Den ersten Dämpfer bekamen wir aber als ich meinem Chef mein Vorhaben offenbahrte. Er war, wie soll ich sagen, „not amused“. Genauer will ich ehrlich gesagt auch gar nicht darauf eingehen. Auf jeden Fall fand ich seine Reaktion als mehr als unangebracht zumal ich ihm auch die Beweggründe für diese Entscheidung offen gelegt habe.

Zuspruch erhielt ich von meinen Kollegen. Bei ihnen gab es keine spöttischen Kommentare oder sonstiges. Viele fanden es sogar toll das ich die ganze Elternzeit nehme. Ein Kommentar einer Kollegin, welche bereits schon Mama ist, bleibt mir bis heute noch im Ohr hängen. „Elternzeit? Mach das auf jeden Fall. Es gibt keine schönere Zeit als die gemeinsame mit seinem Kind.“ Und recht hatte sie!

So sollte es also sein, dass der 14. April 2015 mein letzter Arbeitstag war. Wobei ich sagen muss, dass ich zu diesem Zeitpunkt die Tatsache, dass ich jetzt ein Jahr lang nicht mehr arbeiten gehe, noch gar nicht so richtig realisiert hatte.

Die erste Zeit war noch recht einfach zu handhaben – der Kleine schlief noch die meist Zeit und wenn er unruhig geworden ist gab es immer Option A: Hunger! und Option B: Neue Windel. Abgesehen davon das er doch recht häufig gespuckt hatte war noch alles recht gut zu handeln. Solange der Vorrat an abgepumpter Milch nie zu Ende gehen würde, musste ich mir keine Gedanken machen.

Aber es sollte nicht immer so bleiben, zum Glück, denn man freut sich schließlich auch wie ein Schneekönig wenn man von seinem Kleinen immer mehr Rückmeldung bekommt. Wenn man auf komische Gesichtsausdrücke ein helles Quietschen und Lachen geschenkt bekommt, vergisst man völlig das man sich zum Deppen macht. Als er mit 3 Monaten sein Köpfchen selbst halten konnte war es an der Zeit einen „Fit mit Baby“ Kurs in Eigenregie zu starten. Erstaunlich wie multifunktionell ein Baby sein kann! Kniebeuge, Ausfallschritte, Schulterheben etc. alles ist möglich und der Kleine hat sich immer gefreut, bloß von Bauchübungen bei denen man die Zwerge über sich hält würde ich abraten, denn es kann ab und zu doch unerwartet etwas aus dem Kind kommen :D. Ab sofort stand Sport mit Baby täglich auf dem Plan. Als er dann sitzen konnte war er auch von seinem Kinderwagen nicht mehr so abgeneigt, da er endlich was sehen konnte und wir konnten mit ihm Joggen gehen.

Mit sieben Monaten fing unser kleiner an sich an Tischen, an der Couch oder allem anderen was dafür in Frage kam hoch zu ziehen. Auch dem Kochen war Linus nicht abgeneigt. Immer wenn die Kochtöpfe geschwungen wurden wollte er hoch und sehen, was denn da angestellt wird. Also musste ein Lösung her. Kathi hatte aber schon bereits eine ideale Lösung in einem anderen Blog gefunden, der „Learning Tower“! Kurz gesagt: zwei Ikea Möbelstücke die einfach miteinander verschraubt werden. Fortan konnte Linus immer ganz ungeduldig zusehen und durfte, wie es sich auch gehört, mehr oder weniger erfolgreich den Kochlöffel schwingen. Auf jeden Fall entpuppte sich der Learning Tower als echt sinnvolle Idee, klein Linus konnte immerhin schon mal in der Zeit nicht mehr zum 1000’sten mal sein Tupperschüsselkücheneck ausräumen oder anderen Schabernack anstellen, sondern hatte wieder andere Action. Die Zeit verging wie im Flug und das Jahresende rückte immer näher, aber ein Highlight stand noch an. Unsere 3 wöchige Reise nach Thailand! Von unseren Familien als verrückt erklärt solch eine Reise mit Baby zu machen, aber von Freunden ermutigt, ließen wir uns von unserem Plan nicht abbringen. Bereut haben wir es überhaupt nicht. Es war eine tolle Zeit und Linus hatte auch seinen Spaß. Obwohl wir uns auch einige Gedanken gemacht hatten, wie er wohl in bestimmten Situationen reagiert, oder wie er den langen Flug übersteht können wir sagen, dass alles besser als gedacht verlief und wir würden solch eine Reise sofort wieder machen und planen auch schon fleißig daran. Zu unserer Thailand Reise schreiben wir aber nochmal einen gesonderten Bericht.

Das Jahr Elternzeit ging schneller rum als man denkt und jetzt geht unser kleiner schon in die Kita. Auf jeden Fall wird es mit Kind nie langweilig, es gibt immer wieder neue Herausforderungen und wir sind gespannt was die Zukunft bringt.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.